Interclubs Empordà: Roses richtet zweite Regattaphase aus
Rund 30 Fahrtenyachten sind am vergangenen Wochenende in der Bucht von Roses zur zweiten Phase der Regata Interclubs Empordà 2026 angetreten. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom GEN Roses, dem Segelclub des Ortes.
Die Organisatoren brachten alle vier geplanten Wettfahrten ins Ziel, zwei am Samstag und zwei am Sonntag. Möglich machten das gute Windverhältnisse mit Böen von bis zu 15 Knoten.
Volles Programm auf dem Wasser
Regattaveranstalter an dieser Küste bekommen nicht immer das Wetter, das sie brauchen. Ein Wettfahrttag kann verloren gehen, wenn der Wind zu schwach zum Segeln oder zu stark für einen sicheren Ablauf ist. An diesem Wochenende fanden beide Tage wie geplant statt.
Ein Wind von bis zu 15 Knoten entspricht etwa 28 Kilometern pro Stunde. Für Fahrtenyachten ist das ein angenehmer Bereich. Er gibt den Crews genug Druck, um richtig Regatta zu segeln, ohne Boote und Segler an ihre Grenzen zu bringen.
Die Flotte bestand aus Fahrtenyachten, nicht aus kleinen Jollen oder reinrassigen Rennbooten. Fahrtenyachten sind größere Boote, die für längere Zeit auf See gebaut sind und oft von mehrköpfigen Crews gesegelt werden. Viele Eigner segeln nicht nur zum Vergnügen, sondern auch Regatten auf Clubebene. Bei Veranstaltungen wie dieser treffen deshalb erfahrene Segler auf begeisterte Amateure.
Samstag: ein technischer Kurs
Am ersten Tag wurde auf einem Luv-Lee-Kurs gesegelt. Dabei kreuzen die Boote gegen den Wind zu einer Tonne, runden sie und laufen dann vor dem Wind zu einer zweiten Tonne zurück. Der Kurs wird in der Regel mehrmals abgesegelt.
Segler sehen darin eine technische Prüfung. Jeder Schenkel ist kurz, also müssen die Crews sauber wenden und halsen und ihre Segel präzise bedienen. Außerdem müssen sie kleine Winddreher erkennen. Schon kleine Fehler an den Tonnen können schnell Plätze kosten, weil die Boote den Großteil des Rennens dicht beieinander bleiben.
Sonntag: entlang der Küste bis zur Muga
Am Sonntag wechselten die Crews auf einen Küstenkurs, der sie zwischen la Rubina, els Brancs und der Muga hin- und herführte.
Leserinnen und Leser in Empuriabrava kennen diese Namen gut. La Rubina ist der Strandabschnitt am südlichen Ende der Bucht, ganz in der Nähe von Empuriabrava. Die Muga ist der Fluss, der direkt neben der Marinastadt ins Meer mündet. Für viele Anwohner fanden die Wettfahrten am Sonntag also fast vor der eigenen Haustür statt.
Ein Küstenkurs ist eine andere Art von Prüfung als ein Luv-Lee-Kurs. Die Schenkel sind länger, und die Crews müssen überlegen, wo entlang der Küste mehr Wind weht und wie sie die einzelnen Landmarken anlaufen. Nach Angaben der Organisatoren forderte die Strecke sowohl die Taktik als auch das Tempo der Crews.
Teil einer größeren Serie
Das Wochenende in Roses war die zweite Phase der Interclubs Empordà 2026. Wie der Name schon sagt, dreht sich der Wettbewerb um die Segelclubs im Empordà. Gesegelt wird in einzelnen Phasen statt an einem Stück.
Für den GEN Roses ist eine Flotte von rund 30 Booten ein Zeichen für ein gesundes Interesse am Clubregattasport mit Fahrtenyachten an diesem Teil der Costa Brava. Die Bucht von Roses ist eine natürliche Bühne für solche Veranstaltungen. Sie ist weitläufig, recht geschützt und hat eine lange Segeltradition.
Auch an Land ist in Roses im Herbst einiges los. Die Craft-Beer- und Musikmesse der Stadt kehrt vom 9. bis 11. Oktober zurück.
Unsere Einschätzung
Für die Leserinnen und Leser in Empuriabrava und Castelló d'Empúries ist diese Regatta eine Erinnerung daran, dass die Bucht nicht nur ein Sommerspielplatz ist. Eine Flotte von rund 30 Fahrtenyachten, die Ende September Regatta segelt, spricht für eine stabile Nachfrage nach organisiertem Segelsport außerhalb der Hauptferienmonate. Für einen Ort, der rund um seine Kanäle und seinen Hafen gebaut ist, ist das von Bedeutung.
Das passt auch in ein größeres Bild an dieser Küste. Die Orte hier versuchen, den Menschen Gründe zu geben, auch außerhalb von Juli und August zu kommen und zu bleiben. Die Tourismusbranche hat ihre eigenen Sorgen, vom Personal und der AP-7 bis zur Länge der Saison. Sportveranstaltungen auf dem Wasser sind ein bescheidener Weg, Boote, Crews und ihre Familien länger in der Gegend zu halten. Die wirtschaftliche Wirkung eines einzelnen Wochenendes sollte man nicht überschätzen, aber über ein Jahr gesehen können sich solche Veranstaltungen summieren.
Auch der Küstenkurs am Sonntag ist für die Menschen vor Ort bemerkenswert. Mit den Wettfahrten zwischen la Rubina, els Brancs und der Muga rückte die Regatta direkt an die Küste von Empuriabrava heran. Es lohnt sich zu beobachten, ob künftige Phasen der Interclubs Empordà diesen Küstenabschnitt erneut nutzen oder ob Clubs näher an Empuriabrava eine größere Rolle in der Serie übernehmen.
Die nächste Frage ist, wie sich die Gesamtwertung in den verbleibenden Phasen entwickelt und ob die Teilnehmerzahl auf diesem Niveau bleibt. Wenn ja, spräche das dafür, dass der Clubregattasport mit Fahrtenyachten im Empordà gut aufgestellt ist.
