Figueres: Pendelbus zur Festung zählt 907 Fahrgäste

Figueres: Pendelbus zur Festung zählt 907 Fahrgäste

Ein Kleinbus, der als Pendelbus das Zentrum von Figueres mit dem Castell de Sant Ferran verbindet, hat im ersten Monat 907 Fahrgäste befördert. Die Stadtverwaltung von Figueres sieht in dem Ergebnis den Beleg dafür, dass das Pilotprojekt gut angekommen ist.

Der Pendelbus war eine von mehreren Maßnahmen, mit denen die Stadt in diesem Sommer den Tourismus in der Hauptstadt des Alt Empordà fördern wollte. Dazu kamen ein Kombiticket für vier Kulturstätten, ein gemeinsames Tag-und-Nacht-Angebot rund um Dalí und dauerhafte Werbeflächen in der Innenstadt.

Günstig den Berg hinauf

Der Kleinbus fuhr vom 20. Juli bis zum 23. August. Er verband die Rambla und das Teatre-Museu Dalí mit dem Castell de Sant Ferran, der Festung oberhalb der Stadt, und zwar in beide Richtungen.

Die gesamte Strecke war 1,5 km lang. Die Hinfahrt zur Festung geht bergauf. Der Bus war von 11 bis 17 Uhr unterwegs, also in den heißesten Stunden des Tages, und eine einfache Fahrt kostete 0,50 €.

Manche Fahrgäste fuhren kostenlos. Das waren Inhaber von drei örtlichen Fahrkarten:

  • T-Menors, für junge Menschen bis 18 Jahre, die im Einwohnerregister von Figueres (dem padró) eingetragen sind
  • T-social reduïda, für Menschen mit geringem Einkommen
  • T-estudiant, für in Figueres gemeldete Studierende und Schüler, die an offiziellen Bildungsgängen teilnehmen

Elektrobusse der Festung könnten übernehmen

Im nächsten Sommer könnte der Dienst anders aussehen. Die Stadt und der neue Betreiber der Besichtigungen der Festung, Actiescola und Terramar, wollen darauf hinarbeiten, die Elektrobusse einzusetzen, die schon jetzt Besucher innerhalb der Festung befördern.

Diese Fahrzeuge haben 25 Sitzplätze und offene Seiten. Derzeit sind sie nicht zugelassen und haben nicht die nötigen Genehmigungen, um außerhalb des Festungsgeländes zu fahren. Wann sich das ändern könnte, hat die Stadt nicht gesagt.

Vier Orte, ein Ticket

Ebenfalls in diesem Sommer eingeführt wurde der Figueres City Pass. Er gilt für vier Kultureinrichtungen: die Casa Natal Salvador Dalí, das Geburtshaus des Künstlers, das Museu del Joguet de Catalunya (das katalanische Spielzeugmuseum), das Museu de l'Empordà und das Castell de Sant Ferran.

Bisher haben ihn 131 Besucher gekauft. Davon kamen 41 % aus Spanien, 38 % aus Frankreich und 7 % aus Italien.

Der Pass kostet 19 €. Einzeln kosten die vier Eintrittskarten zusammen 34 €. Verkauft wird er online über die Website der Casa Natal Salvador Dalí, und Inhaber haben 30 Tage Zeit, alle vier Orte zu besuchen. Der Pass bleibt auch nach dem Ende des Sommers im Verkauf.

Dalí bei Tag und bei Nacht

Ein zweites Angebot, „Dalí. Nit i Dia“ (Dalí. Nacht und Tag), haben die Fundació Gala-Salvador Dalí und die Stadt gemeinsam vereinbart. Es verband die traditionelle nächtliche Öffnung des Teatre-Museu Dalí im August mit einem Besuch der Casa Natal Salvador Dalí tagsüber.

Das Kombiticket war vom 1. bis zum 23. August erhältlich, solange das Museum abends geöffnet hatte. Es kostete 29 €, im Vergleich zu 39 € für beide Karten einzeln (24 € plus 15 €). Insgesamt kauften es 243 Personen.

Im Geburtshaus folgen die Besucher einem immersiven Rundgang durch Dalís Kindheit, seine privaten Räume und die Landschaften, die ihn geprägt haben. Die nächtliche Öffnung bietet einen ruhigeren, exklusiveren Besuch im Teatre-Museu Dalí.

Werbung jetzt dauerhaft

Außerdem hat die Stadt vor der Kirche Sant Pere eine digitale Infostele aufgestellt. Auf ihrem Bildschirm laufen Werbevideos, Bilder und Plakate. Sie bleibt das ganze Jahr über dort.

Auch die Projektionen von Dalís Werken bleiben dauerhaft bestehen. Sie erscheinen an den Fassaden der Torre Galatea am Teatre-Museu Dalí, der Ausstellungshalle Sala d'Exposicions l'Escorxador und an der plaça Catalunya.

Warum das wichtig ist

Für eine Stadt, deren Besucherzahlen vom Teatre-Museu Dalí bestimmt werden, sind diese Zahlen ein frühes Zeichen dafür, dass die Leute weiter gehen, wenn man ihnen den Weg leichter macht. Mehr als 900 Fahrten in fünf Wochen deuten darauf hin, dass der Fußweg bergauf bisher eine Hürde war, die Besucher von der Festung fernhielt. Es lohnt sich zu beobachten, ob der Umstieg auf Elektrobusse bis zum nächsten Sommer geregelt werden kann. Das hängt von Zulassung und Genehmigungen ab, die noch fehlen.

Die Zahlen des City Pass sind bescheidener, doch das Käuferprofil fällt auf. Mit einem Anteil französischer Besucher von 38 % an den Verkäufen scheint das Angebot den grenzüberschreitenden Markt zu erreichen, der für die nördliche Costa Brava so wichtig ist. Wer in Empuriabrava oder Castelló d'Empúries wohnt, für den könnte ein einziges Ticket für vier Orte in Figueres ein bequemer Tagesausflug ins Landesinnere sein, besonders außerhalb der Badesaison.

Die dauerhafte Infostele und die Projektionen passen zu einem breiteren Bemühen in der Region, Besuchern die Orientierung zu erleichtern und ihnen das örtliche Kulturerbe näherzubringen. Einen ähnlichen Schwerpunkt sieht man in Empuriabrava, wo die Schilder zum Kulturerbe kürzlich erneuert wurden. Auch Figueres baut sein Angebot aus: Im Oktober öffnen die Gärten des alten Gefängnisses.

Als Nächstes gilt es zu beobachten, ob sich der City Pass auch im Herbst und Winter weiter verkauft. Zahlen, die die Stadt später veröffentlicht, dürften zeigen, ob Figueres auch über die Hauptsommermonate hinaus Besucher anziehen kann.