Figueres: Einkaufsgutscheine kehren mit 100.000 Euro zurück
Die Stadtverwaltung von Figueres legt in diesem Herbst ihr Rabattgutschein-Programm für den örtlichen Handel neu auf. Die vorherige Ausgabe hatte den Geschäften in der Hauptstadt des Alt Empordà insgesamt 676.785 Euro Umsatz eingebracht.
Die neue Aktion läuft vom 20. Oktober bis zum 25. November. Die Stadt stellt dafür 100.000 Euro bereit, und jeder berechtigte Einwohner kann zwei Gutscheine im Wert von je 10 Euro erhalten.
Die Initiative steht erneut unter dem Motto "Si t'estimes Figueres, compra a Figueres!", auf Deutsch "Wenn du Figueres liebst, kauf in Figueres ein!". Getragen wird sie von der Stadt gemeinsam mit Comerç Figueres, dem örtlichen Händlerverband, und der Cambra de Comerç de Girona, der Handelskammer Girona.
Wer teilnehmen kann
Die Gutscheine richten sich an Einwohner von Figueres ab 18 Jahren, die im padró der Stadt eingetragen sind. Das ist das kommunale Einwohnerregister, in das sich in Spanien jeder in seinem Wohnort eintragen lassen soll.
Wie bei den bisherigen Runden wurde der Zeitraum bewusst außerhalb des Weihnachtsgeschäfts gelegt. Ziel ist es, die zusätzlichen Ausgaben auf eine ruhigere Zeit im Jahr zu verteilen.
So funktionieren die Gutscheine
Geschäfte, die die Gutscheine annehmen möchten, können sich vom 14. bis zum 19. Oktober auf der Website comprafigueres.figueres.cat anmelden.
Ab dem 20. Oktober können Einwohner ihre Gutscheine unter figueres.cat/comprafigueres herunterladen. Sie können sie auch persönlich im Touristenbüro an der plaça de l'Escorxador abholen.
Nach der Registrierung und dem Abruf der Gutscheine bleiben 15 Kalendertage Zeit, um sie einzulösen. Jeder Gutschein kann nur bei einem Einkauf ab 20 Euro eingesetzt werden.
Angenommen werden die Gutscheine in allen Geschäften, Bars und Restaurants in Figueres, die sich an der Aktion beteiligen. Die teilnehmenden Betriebe stammen aus ganz unterschiedlichen Branchen:
- Lebensmittelgeschäfte wie Obst- und Gemüsehändler, Metzgereien, Fischgeschäfte und Konditoreien
- Gastronomiebetriebe, darunter Restaurants, Cafés und Bars
- Dienstleister wie Friseure, Kosmetikstudios und Wäschereien
- Fitnessstudios und Tanzschulen
- Geschäfte für Kleidung, Schuhe, Parfüm und Haushaltswaren, unter anderem
Über 13.000 Einkäufe beim letzten Mal
Die vorherige Ausgabe war in zwei Aktionen aufgeteilt. Die erste lief vom 20. Oktober bis zum 25. November, die zweite vom 6. Februar bis zum 6. März. Zusammen brachten sie den Geschäften in Figueres 676.785 Euro an Umsatz.
Die Einwohner tätigten 13.228 Einkäufe in mehr als 100 teilnehmenden Betrieben. Jede der beiden Aktionen brachte über 300.000 Euro ein. Die Novemberrunde erzielte 346.603 Euro bei 6.352 Einkäufen, die Februarrunde 330.182 Euro bei 6.876 Einkäufen.
Im Schnitt gaben die Kunden rund 50 Euro pro Kassenbon aus. Im November waren es 54,56 Euro, im Februar 48,01 Euro. Das liegt deutlich über den 20 Euro, die mindestens nötig sind, um einen Gutschein einzulösen.
Auch die Beteiligung der Geschäfte nahm zwischen den beiden Runden zu. An der ersten Aktion beteiligten sich 110 Betriebe, an der zweiten knapp 140.
Unsere Einschätzung
Für Leserinnen und Leser in Empuriabrava und Castelló d'Empúries ist das Programm vor allem mittelbar interessant. Nur wer im padró von Figueres eingetragen ist, kann die Gutscheine erhalten, Einwohner mit Meldung in Castelló sind also nicht berechtigt. Viele unserer Leser kaufen allerdings in Figueres ein, und die Aktion zeigt, wie die Kreisstadt versucht, ihren Einzelhandel in der Innenstadt zu stärken.
Die Zahlen der letzten Ausgabe dürften die Stadtverwaltung zufrieden stimmen. Bei durchschnittlich rund 50 Euro pro Kassenbon haben die Kunden offenbar deutlich mehr ausgegeben, als die Gutscheine wert waren. Den öffentlichen Mitteln stand zudem offenbar ein wesentlich höherer Betrag an privaten Ausgaben gegenüber.
Der Anstieg von 110 auf fast 140 teilnehmende Betriebe spricht dafür, dass die Geschäftsinhaber einen Nutzen in der Teilnahme sahen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Zahl in diesem Herbst erneut steigt.
Die Aktion reiht sich in eine Reihe von Maßnahmen der Stadt Figueres für ihr Zentrum ein, darunter die Pläne für einen Mindestabstand von 50 Metern zwischen bestimmten Geschäften in der Innenstadt.
Zwei Fragen sind noch offen. Die erste ist, ob die Stadt wie im vergangenen Jahr wieder eine Februarrunde anbietet. Die zweite ist, ob Nachbargemeinden, darunter Castelló d'Empúries, ähnliche Programme für ihre eigenen Geschäfte in Erwägung ziehen könnten.
