Figueres genehmigt Bürgerkontaktbüro der Guàrdia Urbana

Figueres genehmigt Bürgerkontaktbüro der Guàrdia Urbana

Der Stadtrat von Figueres hat ein Projekt endgültig genehmigt, mit dem ein städtisches Lokal an der Plaça Sant Vicenç de Paül zu einem Büro für Bürgerkontakte der Guàrdia Urbana umgebaut wird, der örtlichen Polizei der Stadt.

Die Stadt hat das genehmigte Projekt und die amtliche Bekanntmachung der endgültigen Genehmigung auf ihren Seiten zur Stadtplanung veröffentlicht. Das Projektdokument ist eine 7,8 MB große Datei, die Bekanntmachung der Genehmigung eine deutlich kürzere Mitteilung mit 125,2 KB.

Was genehmigt wurde

Der Plan umfasst den Umbau eines bestehenden Lokals an dem Platz. Er wird als "Projekt zur Anpassung des Lokals" beschrieben, damit dort ein Büro für Bürgerkontakte der Guàrdia Urbana de Figueres untergebracht werden kann.

In den veröffentlichten Unterlagen wird der Schritt als "aprovació definitiva" eines Bauprojekts eingestuft. Das ist die abschließende Genehmigungsstufe im Verfahren einer katalanischen Gemeinde für ein öffentliches Bauprojekt. Sie folgt in der Regel auf eine erste Genehmigung und eine Frist, in der die Öffentlichkeit die Unterlagen einsehen und Einwände vorbringen kann.

Die Angaben der Stadt nennen weder ein Budget noch einen Bauzeitplan oder einen Eröffnungstermin für das Büro. Auch ist nicht angegeben, wie viele Beamte dort tätig sein werden, zu welchen Zeiten das Büro geöffnet sein wird oder welche Dienstleistungen es anbieten soll. Diese Einzelheiten könnten im vollständigen Projektdokument stehen, sind aber in den bisher veröffentlichten Kurzinformationen nicht aufgeführt.

Wer die Guàrdia Urbana ist

Für Leser, die mit der Polizei in Katalonien weniger vertraut sind: Die Guàrdia Urbana ist die städtische Polizei von Figueres. Sie untersteht dem Stadtrat, nicht der katalanischen Regierung.

Sie arbeitet mit den Mossos d'Esquadra zusammen, der katalanischen Regionalpolizei, die in der gesamten Region die meisten größeren Ermittlungen in Strafsachen übernimmt. Örtliche Polizeikräfte wie die Guàrdia Urbana kümmern sich in der Regel um alltägliche Angelegenheiten in ihrer eigenen Gemeinde, darunter Verkehr, städtische Verordnungen, öffentliche Ordnung und Probleme in den Wohnvierteln.

Viele Gemeinden in Katalonien nennen ihre örtliche Polizei "Policia Local". Figueres verwendet, wie Barcelona, den Namen Guàrdia Urbana.

Ein Büro für den Kontakt mit den Bürgern

Schon der Titel des Projekts macht deutlich, dass keine gewöhnliche Polizeiwache geplant ist. Es handelt sich um ein Büro für "Bürgerkontakte". Der Name deutet auf eine Anlaufstelle für den Austausch zwischen der Polizei und Anwohnern, Vereinen und Geschäften vor Ort hin, nicht auf eine Einsatzzentrale.

Die genehmigten Unterlagen beschreiben nicht, wie das Büro in der Praxis arbeiten wird. Deshalb lässt sich noch nicht sagen, ob es Sprechzeiten ohne Termin geben wird, ob dort Beschwerden bearbeitet werden oder ob es vor allem als Treffpunkt für Nachbarschaftsgruppen dient.

Die Plaça Sant Vicenç de Paül ist ein Platz in Figueres, der Hauptstadt des Landkreises Alt Empordà. Figueres ist das wichtigste Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum für die Gemeinden der Gegend, darunter Castelló d'Empúries und Empuriabrava.

Teil eines stärkeren Fokus auf die örtliche Polizeiarbeit

Die Genehmigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Figueres der öffentlichen Sicherheit mehr Aufmerksamkeit schenkt. Die Stadt hat vor Kurzem Kennzeichenkameras an den Ortseinfahrten installiert, eine technikgestützte Maßnahme, mit der die Fahrzeuge überwacht werden sollen, die in die Stadt hinein- und aus ihr herausfahren.

Jüngste Zahlen zeigten außerdem einen Rückgang der Kriminalität in Figueres und Roses, auch wenn die Drogendelikte im selben Zeitraum zunahmen.

Ein Büro für Bürgerkontakte steht für einen anderen Ansatz als das Kameranetz. Kameras setzen auf Überwachung. Ein Büro, das auf den Kontakt mit den Bürgern ausgerichtet ist, setzt auf das persönliche Gespräch und eine sichtbare Präsenz vor Ort.

Die nächsten Schritte

Mit der endgültigen Genehmigung kann die Stadt das Projekt vorantreiben. Aus den veröffentlichten Unterlagen geht nicht hervor, wann die Arbeiten ausgeschrieben werden oder wann sie beginnen könnten.

Anwohner, die alle technischen Einzelheiten erfahren möchten, können das Projektdokument und die Bekanntmachung der Genehmigung auf der Website des Stadtrats von Figueres im Bereich Stadtplanung einsehen.

Warum das wichtig ist

Für die meisten Bewohner von Empuriabrava und Castelló d'Empúries wird ein Polizeibüro an einem Platz in Figueres kaum direkte Auswirkungen auf den Alltag haben. Ihre Gemeinde hat eine eigene örtliche Polizei. Trotzdem ist das Projekt erwähnenswert, weil es zeigt, in welche Richtung sich die örtliche Polizeiarbeit in der Kreishauptstadt entwickelt.

Zusammen mit dem Kameranetz deutet es auf einen zweigleisigen Ansatz in Figueres hin: mehr Technik an den Rändern der Stadt und mehr Kontakt mit den Bürgern auf der Straße. Ob das Büro zu einer wirklich nützlichen Anlaufstelle für die Anwohner wird, hängt von Einzelheiten ab, die noch nicht veröffentlicht wurden, etwa der personellen Ausstattung, den Öffnungszeiten und den angebotenen Dienstleistungen.

Es lohnt sich zu beobachten, ob die Stadt ein Budget und einen Zeitplan vorlegt, wenn die Arbeiten ausgeschrieben werden. Interessant wird auch sein, ob andere Gemeinden im Alt Empordà, darunter Castelló d'Empúries, künftig ähnliche Polizeibüros auf Nachbarschaftsebene in Betracht ziehen.