Katalanischer Campingverband wählt Miquel Gotanegra wieder
Miquel Gotanegra bleibt für eine weitere Amtszeit an der Spitze der Federació Catalana de Càmpings (FCC), des Katalanischen Campingverbands. Es ist seine vierte Amtszeit in Folge als Präsident der Organisation.
Gotanegra ist zugleich Vorsitzender der Associació de Càmpings de Girona, die die Campingplätze in der Provinz Girona vertritt. Die Mitglieder bestätigten ihn bei der Generalversammlung des Verbands in s'Agaró im Amt. Seine Kandidatur war die einzige, und alle bei der Versammlung anwesenden Mitglieder stimmten für ihn.
Ein Jahrzehnt an der Spitze
Gotanegra ist seit Oktober 2014 Präsident des Verbands. Mit der neuen Amtszeit steht er damit deutlich länger als zehn Jahre an dessen Spitze.
Als seine Prioritäten nennt er, weiterhin die Interessen der Campingbranche zu verteidigen und die Verbindungen zwischen den fünf regionalen Vereinigungen zu stärken, aus denen die FCC besteht. Jede dieser Vereinigungen vertritt die Campingplätze in einem anderen Teil Kataloniens, und der Verband bringt sie unter einem Dach zusammen.
In seiner Rede vor der Versammlung betonte Gotanegra, dass die Branche geschlossen bleiben müsse. "Das katalanische Campingprojekt gehört uns allen", sagte er den Mitgliedern.
Klimawandel ganz oben auf der Agenda
Der Verband hat die Anpassung an den Klimawandel als eine seiner wichtigsten Herausforderungen für die kommenden vier Jahre benannt.
Die FCC will gemeinsam mit den öffentlichen Verwaltungen untersuchen, wie sich der Klimawandel auf die Campingplätze auswirkt. Ziel ist es, den Bedarf der Campingplätze zu ermitteln und sich für Maßnahmen einzusetzen, die sowohl der Anpassung an die Veränderungen dienen als auch deren Folgen verringern.
Der Verband möchte diese Zusammenarbeit zudem über Katalonien hinaus ausweiten. Geplant ist, andere Organisationen aus dem Mittelmeerraum sowie europäische Einrichtungen einzubinden, die vor ähnlichen klimatischen Herausforderungen stehen. Erklärtes Ziel ist es, Katalonien in diesem Bereich zu einem europäischen Vorbild zu machen.
Die Branche in Zahlen
In der FCC sind 236 Campingplätze zusammengeschlossen. Zusammen stellen sie 83,5 Prozent aller Campingstellplätze in Katalonien.
In ganz Katalonien gibt es 353 Campingplätze mit mehr als 260.000 Unterkunftsplätzen. Die Branche verzeichnet rund 22 Millionen Übernachtungen im Jahr. Ihre wirtschaftliche Bedeutung wird auf fast 2,5 Milliarden Euro geschätzt.
Diese Zahlen machen die Campingplätze zu einem wichtigen Teil der katalanischen Tourismuswirtschaft. An der Costa Brava und im Alt Empordà gehören Campingplätze entlang der Küste und rund um die Bucht von Roses zum vertrauten Bild, und sie ziehen jeden Sommer viele Besucher aus ganz Europa an.
Der neue Vorstand
Gotanegra wird mit einem neuen Vorstand zusammenarbeiten. Ihm gehören an:
- Joan Estrada, erster Vizepräsident
- Albert Casas, zweiter Vizepräsident und Schatzmeister
- Cel Feliu, dritter Vizepräsident und Sekretär
- Josep Sans, vierter Vizepräsident
Warum das wichtig ist
Für die Leser in Empuriabrava und Castelló d'Empúries ist das mehr als eine interne Abstimmung in einem Branchenverband. Campingplätze sind eine der tragenden Säulen des Sommertourismus in der Gegend. Sie bringen Familien, Radreisende und Wohnmobilurlauber aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und von noch weiter her. Eine starke Stimme aus Girona an der Spitze des katalanischen Verbands spricht dafür, dass die Anliegen der Campingplätze an der Küste in diesem Teil Kataloniens wohl weiterhin weit oben auf der Agenda der Branche stehen werden.
Die einstimmige Wahl und das Fehlen einer Gegenkandidatur deuten auf eine Branche hin, die zumindest nach außen hin die Reihen schließt. Das ist gerade jetzt von Bedeutung, da Tourismusbetriebe in der gesamten Region an mehreren Fronten unter Druck stehen. Der Tourismussektor in Girona hat zuletzt auf Probleme hingewiesen, die von Staus auf der AP-7 bis zu Fehlzeiten beim Personal reichen, während andere Formen der Ferienunterkunft ihre eigenen Auseinandersetzungen um Vorschriften führen, wie die Gemeinden zeigen, die sich gegen das Dekret zu Ferienwohnungen gewehrt haben. Gotanegras Aufruf zur Geschlossenheit lässt sich zum Teil als Antwort auf dieses allgemeine Klima lesen.
Der Schwerpunkt Klimawandel ist der bemerkenswerteste Teil der neuen Amtszeit. Campingplätze liegen oft in der Nähe von Stränden, Flüssen und Waldgebieten, was sie womöglich stärker als Hotels den Folgen eines sich wandelnden Klimas aussetzt. Der Verband hat bislang noch keine konkreten Maßnahmen vorgelegt, daher ist es zu früh, um zu sagen, was Anpassung in der Praxis bedeuten wird. An anderer Stelle im Alt Empordà erproben Grundbesitzer und Landwirte bereits eigene Ansätze, etwa das Weinbergmosaik bei Roses, das als Brandschneise dient.
Es lohnt sich zu beobachten, ob die Gespräche des Verbands mit den öffentlichen Verwaltungen zu konkreten Plänen oder Fördermitteln führen und ob die Campingplätze an diesem Küstenabschnitt zu den ersten gehören, die sich daran beteiligen. Der Anspruch, Katalonien zu einem europäischen Vorbild zu machen, ist ehrgeizig. Wie schnell der Verband dieses Ziel in sichtbare Taten umsetzt, wird ein guter Gradmesser für Gotanegras vierte Amtszeit sein.
